Zuletzt aktualisiert: 07.02.2026 Veröffentlicht am: 23.09.2025
Wie wir Frauen in der Schweiz die Fussball-Plätze eroberten
Ach ja, Kinder, ich sag’s euch – Fussball war früher nix für Damen,
so dachte man zumindest.
Die Frauenfussball 68er Revolution in der Schweiz
Röcke, Strumpfhosen und höfliches Winken vom Spielfeldrand,
das war unser Terrain.
Aber wir hatten da so unsere eigenen Pläne.
Und 1968 – hach, was für ein Jahr! – da platzte endgültig der Knoten.

Fussballerinnen im Training beim Letzigrund
Die Frauenfussball 68er Revolution in der Schweiz!
Damals gründete sich in Zürich der allererste Frauenfussballverein der Schweiz: der Damen-Fussball-Club Zürich, kurz DFCZ.
Und glaubt mir, das war mehr Revolution als es nach Vereinsgründung klingt.
Der Vater – und auch ein paar Mütter – der Vereinsidee waren die Schwestern Ursula und Trudy Moser, gemeinsam mit ihrem fussballverrückten Papa Franz.
Und wenn man die Unterlagen im Archiv des FC Zürich wälzt
dann merkt man: Das war der Moment, in dem wir Frauen uns den Platz eroberten.

Achtung Jungs, auch wir Mädels können so richtig hart einsteigen
Von Grümpelturnieren zum richtigen 11 gegen 11 Fussball
11 gegen 11, nicht bloss 6 gegen 6 wie bei den Grümpelturnieren mit mehr Bier als Ballgefühl.
Aber jetzt haltet euch fest, meine Lieben,
denn vor dieser Zürcher Welle gab’s schon eine,
die war richtig mutig: Madeleine Boll.
Ein Name, den man eigentlich auf jeder Fussball-Legendentafel in Gold meisseln müsste!
Die Madeleine, eine waschechte Walliserin,
bekam mit 12 Jahren versehentlich einen Spielerpass –
jawohl, vom Verband höchst offiziell!
Und so spielte sie bei den Knaben mit,
einfach weil niemand merkte,
dass hinter dem Namen ein Mädchen steckte.
Sie spielte, wie man heute sagen würde,
die Jungs in Grund und Boden, oder zumindest fast.
Auf jeden Fall viel sie nicht ab, sondern auf.
Madeleine Boll mit Spielerpass beim FC Sion
Das war nämlich so,
als im Junioren-Vorspiel zum Europacup Spiel FC Sion gegen
Galatasaray Istanbul Madeleine Boll mitspielte,
erregte dies die Aufmerksamkeit der angereisten Journalisten.
Durch diese weltweite Berichterstattung flog der Irrtum
der Verbandsherren auf und zack, Lizenz war umgehend weg.
Mädchen am Ball? Undenkbar!
Aber Madeleine – meine Güte, was für eine Kämpfernatur –
liess sich nicht unterkriegen.
Sie packte ihre Fussballschuhe und ging einfach nach Italien!
Dort, wo Frauenfussball schon ein bisschen mehr akzeptiert war.
Und nicht nur das: Sie wurde dort zweifache Meisterin
mit den Clubs Gommagomma Varese und Real Juventus,
spielte mit und gegen Profis,
als die Schweiz noch darüber diskutierte,
ob ein Ponytail auf dem Spielfeld nicht ablenke.
Stellt euch das mal vor: Während bei uns noch in Zeitungen getitelt wurde
„Fussball-Amazonen machen ernst“ (Sport, 3. April 1968),
und die Journalisten sich mehr für unsere Frisuren als unsere Dribblings interessierten,
stürmte Madeleine über italienische Plätze, als wär’s das Normalste der Welt.
Wenn das mal keine Pionierin ist, dann weiss ich auch nicht!
Ich erinnere mich noch gut an die Schlagzeilen:
«Zurich a aussi une équipe de football… de charme!» – also bitte!
Wir wollten Tore schiessen, nicht zur Miss-Wahl!

Voll Ball orientiert, schon damals.
Ständiges Wachstum trotz steinigem Weg
Aber, meine Lieben, genau das zeigt, wie steinig der Weg war.
Es war ein Spielfeld, das wir uns Ball für Ball
und Meter für Meter erkämpfen mussten.
Heute haben wir Nationalspielerinnen mit Profiverträgen,
Mädchenmannschaften in jedem zweiten Dorf und Fans,
die lautstark mitfiebern – auch mit den Damen!
Das Fundament dafür, das haben Frauen wie Madeleine Boll gelegt.
Oder die Moser-Schwestern. Oder die Spielerinnen vom FC Goitschel,
die schon 1967 mit 6:0 gegen ein Zürcher Team gewannen,
als wären sie der FC Barcelona des Frauenfussballs,
einfach ohne Millionenbudget.
Ich sag’s euch, Mädels:
Wenn ihr das nächste Mal ein Tor schiesst,
ein Tackling gewinnt oder einfach stolz das Trikot eures Teams tragt,
dann denkt an Madeleine, an Trudy, an all die Pionierinnen,
die gespielt haben, als man uns das noch verbieten wollte.
Und denkt dran: Fussball ist kein Männer- oder Frauensport.
Es ist ein Herzenssport. Und unser Herz, das schlägt mindestens im Dreivierteltakt,
mit ein bisschen Glitzer, okay, heute kann es auch Schminke sein,
ein paar blauen Flecken und ganz viel Teamgeist.

Auch mit filigraner Technik kannten wir uns damals schon aus.
Wie es weiter geht?
Ganz einfach: Immer schön flach passen
– oder wie ich zu sagen pflege –
„Nicht jede Flanke ist ein Tanzschritt,
aber jede Spielerin ist eine Heldin“.
Bleib dran und gib nie auf.
Du willst noch mehr über unseren wundervollen
Frauenfussball wissen?
Kein Problem,
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Dann rein in die Kommentare damit!
Jeder Kommentar wird beantwortet.
Spiel stark, manage clever

Deine Frauenfussball Frau
Hilde Eisenfuss
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Alle Bilder aus: Schweizerisches Nationalmuseum
